Dienstag, 29. September 2015

In seinen Augen II Jay Crownover [Rezension]

"Ich halte nichts davon, in die Zukunft zu blicken und Dingen vorauszugreifen. Ich lese das Buch immer vom Anfang bis zum Ende." (S. 43)

Titel: In seinen Augen
Autorin: Jay Crownover
Format: Taschenbuch
Verlag: Bastei Lübbe
Preis: 8,99 Euro
Genre: Liebesroman, Erotik

Zusammenfassung:

Medizinstudentin Shaw London ist in Bad Boy Rule Archer verliebt, seit sie denken kann. Dabei weiß sie selbst, wie unvernünftig das ist. Es gibt niemanden, der schlechter zu ihr passen würde. Wann immer sie aufeinandertreffen, schweigen sie sich entweder an oder liegen sich in den Haaren. Doch mit Gegensätzen ist das so eine Sache. Manchmal ziehen sie sich an. Manchmal nicht. Und manchmal landen sie miteinander im Bett...

Meinung:

Gegensätze scheinen sich wirklich anzuziehen, vor allem die Protagonisten Rule und Shaw.
Sie ist eine Medizinstudentin und er ein gepiercter Punk. Das Unmögliche scheint möglich zu werden. 

Jeden Sonntag fährt Shaw Rule nach Hause, damit er Zeit mit seiner Familie verbringen kann, da seit dem Tod seines Zwillingsbruder alles drunter und drüber ging. Rule's Eltern geben ihm die Schuld. Das ist einer der Hauptgründe warum Rule keine Sekunde länger dort bleiben möchte.
Shaw macht das Ganze mit, da sie die beste Freundin von Remy war. Sie ist die einzige, die mit Rule's Launen klar kommt. Shaw und Rule tun so, als ob sie einander nicht mögen würden, jedoch wissen sie und ihr Umfeld ganz genau, dass sie sich am liebsten verschlingen würden. Und dies wird alleine durch ihre Blicke deutlich gemacht. 

Als ich den Roman begann, hatte ich mir sehr gehofft, dass es keine übliche "Bad Boy meets Good Girl" Story wird. Ich habe es mir so sehr gewünscht!
Und natürlich wurde ich enttäuscht.

Ich habe es langsam satt diese Art von Bücher zu lesen, weil es einfach immer die gleiche Geschichte, die gleichen Protagonisten und der gleiche Aufbau ist.
Schade eigentlich, da der Roman eigentlich das Potenzial dazu gehabt hätte.

Anfangs fand ich den Protagonisten Rule echt attraktiv und anziehend, aber je mehr ich in die Story kam, desto schneller merkte ich, dass er eine "Männerschlampe" war.
Erst hat er keinen  Funken Anstand gegenüber seinen Eltern, Shaw und generell seinem Umfeld und dann urplötzlich empfindet er etwas für Shaw. Aber auch nur, weil er sie arbeitend in einer Bar bemerkt und von ihrem knappen Outfit fasziniert ist. Ach! Auf einmal oder was? Für mich wurde Rule schnell zum oberflächlichen Typen.

Mit Shaw will ich gar nicht erst anfangen. Von außen wirkt sie sehr taff und ernst. Wie eine Erwachsene, die mit alles klar kommt. Aber sie kommt nicht mit allem und jedem klar! In diesem Roman entdeckt man zwei Seiten von der weiblichen Protagonisten. Zu Anfang hat sie noch eine Art Vorbildsfunktion für den Leser, aber das ändert sich schnell. Mir blieb manchmal der Mund regelrecht offen.
"Warum?!". Eine einzige Szene hat es geschafft mein ganzes Bild von Shaw zu zerstören:
Shaw betrinkt sich an ihrem Geburtstag und Rule nimmt sie mit nach Hause, um sich um sie zu kümmern. Doch Shaw ist mit anderen Gedanken beschäftigt. Sie wirkt wie ein pubertierendes Mädchen, was um jeden Preis entjungfert werden möchte. Und genau das tut sie. Sie bettelt Rule an, mit ihr zu schlafen! In diesem Moment sollte Rule als Erwachsener handeln und die Sache unter Kontrolle bringen. Aber genau das tut er nicht. 

"Das Chaos war perfekt, das falsche Mädchen lag in meinem Bett, und ich hatte keine Ahnung, was ich tun sollte." (S. 113)

Ich dachte Shaw könnte nicht noch tiefer sinken und dann kommt schon die nächste Szene und ich muss erneut meinen Kopf schütteln. Das paradoxe an der Sache ist, dass Shaw aus einem guten und wohlhabenden Hause kommt. Und irgendwie entspricht sie diesem Bild überhaupt nicht. Aber vielleicht kann man das auch als etwas positives auffassen. 
"Auch wenn ich die Pille nicht genommen hätte, wäre der wilde, hemmungslose und ungeschützte Sex mit Rule jedes Risiko wert gewesen." (S.240)
Okay, es gab also schlimmeres. Aber wie kann jemand, der so klug ist wie Shaw solche Gedanken pflegen?

Man bekommt teilweise das Gefühl, dass es nur um Sex, also die körperlichen Berührungen ziwschen beiden geht. Es verging nicht ein Kapitel, in dem sie keinen Sex hatten. Und irgendwann hat man genug.

Nicht nur Rule's Eltern sind nervend, sondern auch Shaw's Eltern. Sie wollen Shaw um keinen Preis Rule überlassen, da ihre Tochter einfach aus einem besseren Hause kommt. Ständig wollen sie, dass sich Shaw nach einem bestimmten Muster benimmt und sich ihnen anpasst. 

Insgesamt fing der Roman unterhaltsam und gut an, was sich jedoch nach den ersten 50-60 Seiten schlagartig änderte.

Trotz meiner kritischen Analyse bin ich mir absolut sicher, dass Leser, die dieses Genre mögen, hier richtig aufgehoben sind.

Meine Bewertung:

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