Dienstag, 13. Oktober 2015

Für alle Tage, die noch kommen II Teresa Driscoll [Rezension]

" Manchmal geschehen Dinge, mein Liebling, die wir nur sehr schwer begreifen können. Und es fällt noch schwerer sie zu erklären." (S. 306)

Titel: Für alle Tage, die noch kommen
Autorin: Teresa Driscoll
Format: Gebunden
Verlag: Droemer Knaur
Preis: 16,99 Euro
Genre: Contemporary


Zusammenfassung:

Wie fühlt es sich an, wenn die Mutter ohne Abschied geht? Auch 17 Jahre nach deren Tod ist Melissa zutiefst verunsichert. Gerade hat sie den Heiratsantrag ihres Freundes San abgelehnt, obwohl sie ihn innig liebt. Da bekommt sie ein Buch zugestellt. Von ihrer Mutter. Ein Buch, das Melissa lehren kann, sich selbst zu vertrauen und den Menschen, die sie liebt. 

Meinung:

Vom Aufbau her, gefiel mir der Roman sehr. Immer wieder wird man beim Lesen von Emotionen überrumeplt, da die Protagonisten eine gewisse "vergangene" Trauer mit sich tragen. Obwohl man sich vielleicht nicht in der gleichen Situation befindet, ist das Hineinversetzen in die Protagonisten leicht. Im gesamten Verlauf des Romans fühlt man mit ihnen, so ist es möglich jedes einzelne Wort in sich hineinzusaugen. 

Die Idee ist sehr gelungen, wobei man zwischen den Kapiteln manchmal durcheinander kommt. Daher sollte man am Anfang des Kapitels immer darauf achten in welchem Jahr man sich befindet, da die fiktive Erzählung zwischen verschiedenen Zeiten springt. 

Die Protagonisten sind alle sehr sympathisch. Die Beziehung zwischen Mutter und Tochter in diesem Roman ist wichtiger und spannender als die, von Melissa und Sam. Bei ihnen verspürt man nicht dasselbe wie bei der Mutter und Melissa. Dabei ist ihre Geschichte ja genauso ein Bestandteil des Romans. Durch das Wechseln dieser Situationen und Kapitel stoßen Empathie und Emotionen auf Passivität und Teilnahmslosigkeit. 

Zwischendurch erscheinen Rezepte, die von der Mutter früher mal selbst gekocht oder gebacken wurden. Manchmal sogar mit Melissa zusammen. Angefangen mit Keksen bis hin zur selbstgemachten Marmelade. Eine sehr süße, gleichzeitig aber auch eine sehr traurige Idee, die den Leser konfrontiert. Dadurch ist der Roman sehr kreativ gestaltet und schafft Abwechslung. 

Gegen Ende der Geschichte wird alles dramatischer und zugleich spannender. Für den Leser ein großes Plus! Manchmal hatte man sogar Angst und musste mitfiebern. Der Anfang stellt einen starken Kontrast zum Ende dar, da dieser weniger mit Spannung verpackt ist, wie das Ende.

"Max hatte immer gewusst, wie die größte Prüfung seiner Liebe zu Eleanor aussehen würde. Sie zu verlieren war nicht das Schlimmste. Es fühlte sich genauso an, wie er befürchtet hatte - als würde man ihm das Fleisch von den Knochen reißen" (S. 304)

Der Roman ist sehr emotional geschrieben und wenn man gerade keinen guten Tag hat und gefühlvoll ist, kann es sein, dass es einem zu viel wird. Das Leute täglich so etwas durchmachen müssen, ist unvorstellbar für den einen oder anderen. Man selbst ist/war vielleicht noch nie in solch einer Situation gewesen und wird die Menschen nie richtig verstehen können, denen so etwas passiert. Kleine Kinder können es am schwersten verarbeiten und manchmal nicht einmal nachvollziehen. Es ist schrecklich und geht bis in die Psyche. Deshalb spielt der Vater von Melissa eine sehr wichtige Figur und Rolle in diesem Roman. In diesem Fall ist es er, der Melissa Schutz, Verständnis und Geborgenheit geben muss.

Leser, die von "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" angetan waren, sollten diesen Roman auf jeden Fall gelesen haben, da man gerade durch den guten Schreibstil der Autorin alles besser vor Augen halten kann.

Meine Bewertung:

Kommentare:

  1. Hört sich toll an! Danke für die schöne Rezi!

    LG,

    Andreea
    http://themoonlitbookshelf.blogspot.de/

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