Sonntag, 10. April 2016

Royal - Ein Leben aus Glas II Valentina Fast [Rezension]

Titel: Royal - Ein Leben aus Glas
Autorin: Valentina Fast
Format: E-Book
Verlag: Impress bei Carlsen
Preis: 3,99 Euro
Genre: Dystopie, Jugendbuch

Zusammenfassung: 

Viterra das Königreich unter einer Glaskuppel, ist der einzige Ort auf Erden, an dem die Menschen die atomare Katastrophe überlegt haben. Um die Bevölkerung bei Laune zu halten, findet dort alle zwei Jahrzehnte die große Fernsehshow zur Königinnenwahl statt. Aber diesmal ist alles anders. Diesmal will der Prinz ein Mädchen finden, das ihn um seiner selbst liebt. Vor den Augen des gesamten Königreichs soll die siebzehnjährige Tatyana zusammen mit den schönsten Mädchen des Landes um die Gunst vier junger Männer buhlen, von denen keiner weiß, wer der echte Prinz ist. Sie würde alles darum geben, nicht teilnehmen zu müssen. Aber auch sie kann sich dem Glanz eines Königslebens nur schwer entziehen. 

Meinung:

Ich weiß gar nicht, wo und wie ich mit meiner Rezension beginnen soll. 
"Royal" erinnert vom Konzept her sehr stark an den "Bachelor", genauso wie "Die Selection-Trilogie". Als ich den Klappentext las, musste ich schon etwas schmunzeln, da ich dachte, dass ich tatsächlich die Selection-Trilogie in den Händen hielt. Unzählige Rezensionen im Internet verrieten mir geteilte Meinungen über den Roman/ die Reihe. So musste ich es selbst lesen, um mich zu vergewissern. 

Es ist wirklich so, dass Tatyana sich als eine von zwanzig Mädchen bewirbt, um eventuell den zukünftigen König zu heiraten. Tatyana findet diese Idee jedoch irrsinnig. Sie will sich in den Prinzen verlieben, bevor sie ihn heiratet. Ohne liebe, keine Krone.
Gleichzeitig müssen die Mädchen im Palast Aufgaben überwältigen, um in die nächste Runde zu kommen. Die Kameras sind dabei konstant auf ihre Bewegungen und ihr Verhalten gerichtet.

Tatyana ist eine sehr sympathische und kluge Protagonisten. Sie ist nicht wie die anderen Mädchen im Schloss, denn sie interessiert sich nicht wirklich für die Krone. Die vier Jungen sind alle sehr hilfsbereit und liebevoll. Bis auf Phillip. Er nimmt kein Blatt vor den Mund und testet Tatyana bei jeder Aussage, die sie macht. Tayana bekommt immer wieder das Gefühl von ihm nicht gemocht zu werden. Aber das ist ihr egal, denn so ein unverschämter Mann kann niemals der Prinz sein. Dennoch kann sie ihre tief im inneren verborgenen Gefühle nicht leugnen. 

Die Idee und das Konzept sind zunächst sehr interessant und ich muss zugeben, dass es mich sehr wohl an die Selection-Trilogie erinnert hat. Aber welcher Roman erinnert denn nicht an einen anderen? Viele Geschichten, zumindest Teile werden von Autoren immer wieder kopiert und verwendet. Deshalb habe ich schnell eingesehen, dass die Kopie der Geschichte nicht wirklich "schlimm" war. Dennoch sind einige Teile des Romans anders. Gerade das abrupte Ende hat mich neugierig auf mehr gemacht.

Schade finde ich es, dass es den Roman nicht als Printausgabe zu kaufen gibt. 
Dadurch, dass der Roman auch nur 200 Seiten besitzt, ist es so ziemlich schnell gelesen. 
Außerdem bin ich auch sehr beeindruckt, dass mich eine deutsche Schriftstellerin von so einer Dystopie überzeugen konnte, da es normalerweise die amerikanischen Autorinnen sind, die mich in ihre Story ziehen.

Zusätzlich möchte ich trotzdem anmerken, dass es mich gestört hat, wie die Mädchen und Frauen in diesem Roman behandelt wurden. Obwohl das Buch irgendwann in der Zukunft spielt, besitzt der Roman eine mittelalterliche Grundlage. Die Köpfe der Menschen sind sehr zurückgeblieben: Frauen müssen einen Mann finden. Sie müssen heiraten, Familie kriegen und am besten noch ein Kind. Und draußen dürfen sie sich ohne Kleid nicht blicken lassen.
Es wird offensichtlich eine Hierarchie gebildet, wo Männer ganz oben und Frauen unterhalb eingeordnet werden. 

Textauszug:


»Möchtest du eine Prinzessin sein? Mit all dem Geld, dem Schmuck und dem Ruhm?« Den letzten Satz betonte er nicht ohne Grund ganz besonders, doch er klang ernst dabei – und sah noch schöner aus als je zuvor. »Hm«, machte ich erst nur. Das war an sich keine schwierige Frage, sondern vielmehr eine, die ich allzu leicht beantworten konnte. Doch wenn ich das täte, würden sie mich wieder nach Hause schicken. Und damit hätte ich meinen Teil der Abmachung nicht eingehalten. Außerdem würde meine Tante mich umbringen. Kein schöner Gedanke. »Zuerst möchte ich dich etwas fragen«, versuchte ich ihn abzulenken. Er hob überrascht seine Augenbrauen, willigte dann aber ein. »Gut, warum nicht.« »Willst du denn ein Prinz sein?«


Bewertung

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